Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, wird neuer Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Das teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit. Weise wird die Aufgabe zusätzlich zu seiner Tätigkeit bei der BA wahrnehmen. Er folgt auf Manfred Schmidt, der am Donnerstag "aus persönlichen Gründen" zurückgetreten war

Weise werde beide Ämter "in Personalunion" ausüben, sagte de Maizière. Die Entscheidung sei mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles abgesprochen und gelte bis auf Weiteres. "Wir sind der Meinung, das geht",  sagte de Maizière mit Blick auf die Doppelbelastung. "Wir trauen ihm das zu."  

Weise sei einer der hervorragendsten Manager in Deutschland, diese Qualitäten würden wegen der schwierigen Lage des Bamf in der Flüchtlingskrise gefordert, sagte de Maizière. Das Amt sei einer der schwierigsten Posten, der in Deutschland zur Zeit zu vergeben sei. Weise habe ohne den "Hauch einer Bedingung" seine Bereitschaft erklärt, diese "große Aufgabe" zu übernehmen.

Das Bamf war in den vergangenen Wochen wiederholt kritisiert worden, weil die Asylverfahren nicht ausreichend beschleunigt wurden. Unter Schmidt war es der Behörde nicht gelungen, die Kapazitäten des Amtes zügig auszuweiten, obwohl die Bundesregierung das Bamf in den vergangenen Monaten wiederholt personell verstärkt hatte. Derzeit stauen sich in der Nürnberger Behörde mehr als 250.000 Asylanträge. Weitere erhebliche Aufstockungen sind geplant, auch durch Abordnungen vom Zoll und weiteren Behörden sowie durch die Reaktivierung von Beamten im Ruhestand.

Unter Schmidt hatte das Bamf Ende August ankündigt, das Dublin-Verfahren für Syrer aussetzen zu wollen. In der Folge machten sich Tausende Menschen über die sogenannte Balkanroute gen Deutschland auf – und Ungarn und Österreich ließen sie passieren. Das Bundesinnenministerium musste später klarstellen, dass Deutschland Dublin nicht ausgesetzt habe.