Der Bund will den Ländern beim gemeinsamen Flüchtlingsgipfel am kommenden Donnerstag weitere finanzielle Hilfen zusichern. "Es wird deutlich mehr Geld geben", kündigte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in der ZDF-Sendung Berlin direkt an. Konkrete Summen nannte er allerdings nicht.

Zuletzt hatte die Bundesregierung den Ländern für das kommende Jahr zusätzlich drei Milliarden Euro zugesagt. Aus den Ländern kam in den vergangenen Tagen die Forderung nach einer Verdoppelung der Summe, da die Flüchtlingszahlen immer weiter steigen. Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter sagte der Saarbrücker Zeitung, die vom Bund zugesagten Mittel reichten nicht aus. "Da muss die Bundesregierung noch ordentlich was nachlegen."  Scharf kritisierte die Grüne das bisherige Krisenmanagement von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Der Innenminister fällt seit Monaten in der Gestaltung und Lösung der Flüchtlingskrise aus," sagte Peter. Diese Woche erhalte er beim Flüchtlingsgipfel von Bund und Ländern eine letzte Bewährungsprobe. "Wenn er die nicht besteht, sind auch personelle Konsequenzen nicht auszuschließen", so die Politikerin.

Nach Informationen der Welt wird in der Bundesregierung indessen das Modell einer Kopfpauschale pro Flüchtling favorisiert. Diese solle jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert werden, heißt es dem Bericht zufolge in Regierungskreisen. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte der Passauer Neuen Presse, Länder und Kommunen müssten sich darauf verlassen können, dass der Bund sie nicht im Regen stehen lasse. "Wir müssen zu einer Lösung finden, die sich an den tatsächlichen Flüchtlingszahlen orientiert," so Fahimi.

Offiziell geht die Bundesregierung für dieses Jahr noch von 800.000 Asylbewerbern aus. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) spricht aber von bis zu einer Million Flüchtlingen.

Der Chef der EU-Grenzschutzbehörde Frontex forderte unterdessen mehr Unterstützung durch die EU-Mitgliedsstaaten. Die jüngsten Ereignisse hätten gezeigt, "dass wir dringend zu einem einheitlichen europäischen Grenzmanagement finden müssen", sagte Fabrice Leggeri. Nach Einschätzung der Behörde ist ein Rückgang der Flüchtlingszahl vorerst nicht zu erwarten. Allein an der türkischen Westküste warteten derzeit bis zu 500.000 Flüchtlinge darauf, die Überfahrt nach Griechenland anzugehen.