Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat sich in einer Sondersitzung des Landtags deutlich von Rechtsextremismus und Fremdenhass distanziert. "Eine enthemmte Minderheit besudelt und beschämt unser Land in einer Art und in einem Ausmaß, die ich mir nicht vorstellen konnte", sagte Tillich. Bei den Ausschreitungen in Heidenau seien "nicht verhandelbare Grenzen überschritten" worden. Dafür gebe es kein Verständnis und keine Toleranz.

Ziel müsse es sein, "dass alle Schüler überzeugte sächsische Staats- und Weltbürger werden", sagte Tillich. Eine überragende Mehrheit der Bevölkerung sei weltoffen. Er wünsche sich noch mehr Zusammenhalt und weniger Vorwürfe. In Sachsen sei ein "Ruck der Barmherzigkeit notwendig", sagte der Ministerpräsident.

Dem Bürgermeister von Heidenau, Jürgen Opitz, sprach Tillich für sein couragiertes Handeln seinen Dank aus. Sein Handeln sei "der Maßstab für Sachsen". Städten und Kommunen sicherte er seine Unterstützung zu.    

Gleichzeitig bräuchten Flüchtlinge, die nach Sachsen kommen, schnelle Hilfen und schnelle Entscheidungen, forderte Tillich. Abertausende Sachsen würden bereits Hilfe leisten: "Leipzig wehrt sich gegen dumpfe Demonstrationen; Annaberg-Buchholz freut sich über Flüchtlinge; an vielen Orten werden sie willkommen geheißen; Abertausende Sachsen spenden, helfen, engagieren sich." Sein Wunsch sei es, "dass dieser Herzschlag stärker zu spüren ist. Er soll nicht mehr zu überhören sein."

Schon vor einigen Tagen hatte Tillich die Krawalle von Rechtsradikalen in Heidenau bereits scharf verurteilt und versichert, dass die sächsischen Behörden mit aller Härte dagegen vorgehen. "Das ist nicht unser Sachsen", sagte der Ministerpräsident.