Die Bundestagsabgeordneten der Linkspartei haben Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht zu den Fraktionsvorsitzenden der Fraktion gewählt. Die beiden bisherigen Vizevorsitzenden folgen auf Gregor Gysi, der nicht erneut kandidiert hatte. Auf Bartsch entfielen 91,6 Prozent der abgegebenen Stimmen, auf Wagenknecht 78,4 Prozent.

Bartsch und Wagenknecht repräsentieren die beiden großen Flügel der Partei. Wagenknecht gilt als Wortführerin des linken Parteiflügels, der auf einen strammen Oppositionskurs der Linken setzt. Bartsch zählt zu den gemäßigten Reformern, die zum größten Teil aus Ostdeutschland stammen und eine rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene anstreben. 

Gysi war seit 1990 Fraktionschef seiner Partei im Bundestag. Eine Unterbrechung gab es zwischen 2000 und 2005, als der Politiker Berliner Wirtschaftssenator war und dann für drei Jahre ganz aus der Politik ausstieg.

"Ich freue mich, dass ich die Kraft zu einem neuen Lebensabschnitt habe", hatte Gysi vor der Fraktionssitzung gesagt, auf der seine Nachfolger gewählt wurden. Seine Entscheidung zum Rückzug aus dem Spitzenamt habe er nie bereut. Er verabschiede sich zudem nur in gewisser Hinsicht. "Ich bleibe ja noch da."

Gysi will sich als Bundestagsabgeordneter künftig nach eigenem Bekunden mehr mit Außenpolitik befassen und die Fraktion als stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags vertreten. Zudem wolle er seine Anwaltstätigkeit ausbauen und habe angefangen, eine Autobiografie zu schreiben. Auch seine Gesprächsreihe Gysi trifft im Deutschen Theater in Berlin mit Künstlern, Politikern und anderen Persönlichkeiten werde er fortführen. Zudem erwähnte Gysi mit Blick auf seine Vorhaben erneut, dass es noch ein paar Sachen gebe, über die er noch nicht sprechen dürfe.