Die meisten Dresdner zeigen laut einer repräsentativen Studie sind gegen die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der TU Dresden. Zudem zeigen demnach 41 Prozent Verständnis für Asylsuchende und stehen ihnen positiv gegenüber. Das ergab die telefonische Befragung von 421 Bewohnern, deren Ergebnis die TU Dresden vorgestellt hat.

In der sächsischen Landeshauptstadt erhält Pegida derzeit wieder Zulauf, zum ersten Jahrestag kamen mehr als 15.000 Menschen zu der Kundgebung. Das Ergebnis der Studie widersprecht damit dem Eindruck, die meisten Dresdner stünden hinter den Parolen der fremdenfeindlichen Bewegung. So sieht mehr die Hälfte der Befragten keine Bedrohung für die hiesige Kultur und hätte auch kein Problem mit einer Asylunterkunft in der Nähe der eigenen Wohnung.

Knapp die Hälfte fordert jedoch auch strengere Asylgesetz und jeder Vierte ist der Meinung, Flüchtlinge nutzten den Sozialstaat aus. Etwa jeder fünfte Teilnehmer zeigt deutliche Abneigung gegen Asylsuchende. "Die Spaltung ist da", sagte Studienleiter Stefan Fehser.

Viele sind beim Thema Asyl unentschlossen

Auffallend ist die große Zahl der Unentschlossenen bei nahezu jeder Frage. Es gelte nun, diese Menschen zu erreichen, ihnen Hintergründe und Fakten transparent zu erklären. Rund vier von zehn Dresdnern (39 Prozent) sind der Umfrage zufolge unentschieden, was sie von den ankommenden Asylsuchenden halten sollen – fast so viele wie jene, die Sympathie zeigen. "Politik und Zivilgesellschaft werden sich um diese Menschen bemühen müssen", heißt es in der Studie.

Die meisten Dresdner seien laut Studie alles andere als politikverdrossen. Nur 25 Prozent glauben, gar keinen Einfluss auf die Politik zu haben, rund 20 Prozent halten es für sinnlos, sich politisch zu engagieren.

Eine der Fragen der TU Dresden zielt auf die allgemeine Einstellung gegenüber Asylsuchenden ab. © TU Dresden/Institut für Soziologie

Interessant sind auch die Details über Bildung und Alter der Befragten. Je Jünger die Befragten waren, desto offener stehen sie offenbar Flüchtlingen gegenüber. Auch Menschen mit Hochschulabschluss erwiesen sich in der Umfrage als deutlich weltoffener. Je älter die Befragten waren, desto weniger Sympathie hegen sie. Bei den Über-60-Jährigen nimmt die direkte Ablehnung aber wieder ab, dafür ist hier die Zahl der Unentschlossenen am Größten. Das Einkommensniveau und Geschlecht der Befragten sei nicht von Bedeutung gewesen für die Einstellungen, schreiben die Autoren.

Für die Studie wurden vom 1. bis 19. Juni insgesamt 421 Dresdner am Telefon nach einem Zufallsprinzip befragt, 219 davon konkret über ihre Einstellung zu Asylsuchenden.