Mit einer Großrazzia sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine rechtsextreme Gruppierung im Raum Bamberg vorgegangen. Zwölf Objekte seien durchsucht und drei Personen verhaftet worden, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit. Bei ihnen soll es sich laut Medienberichten um Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung "Die Rechte" handeln. Zuvor soll ein Paket mit Sprengstoff auf dem Postweg abgefangen worden sein, berichtet der Bayerische Rundfunk

Das Paket soll demnach mehrere Kilo an Böllern und Sprengstoff aus Osteuropa beinhaltet haben und vor einer Woche sichergestellt worden sein. Die Polizei in Oberfranken teilte mit, man ermittle schon seit längerem intensiv gegen die Gruppe.

Innenminister Herrmann sagte: "Nach aktuellem Ermittlungsstand konnten wir eine gewalttätige Gruppierung mit rechtsextremen Hintergrund aus dem Verkehr ziehen und dingfest machen." Im Interview mit Sat.1 Bayern sagte Herrmann, es bestehe der Verdacht, dass die Festgenommenen "womöglich ausländerfeindliche Anschläge geplant haben."

Zeitgleich am frühen Morgen hatten die Behörden zehn Objekte in Oberfranken und zwei in Mittelfranken durchsucht. Die Täter stehen unter anderem im Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Beweismittel sollen sichergestellt worden sein, darunter sollen auch Waffen sein. Zu Details der Festnahmen hat sich die Polizei bislang nicht geäußert. Am Donnerstag soll es zusammen mit der Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz geben, sagte ein Sprecher ZEIT ONLINE.

Anhänger der rechtsextremen Szene hatten für 31. Oktober in Bamberg eine Demonstration "gegen Asylmissbrauch" geplant.

Die Gefahr fremdenfeindlicher Attentate sei gestiegen, warnt das Bundeskriminalamts (BKA) in einem vertaulichen Lagebericht. Das berichten die die Süddeutsche Zeitung sowie der NDR und der WDR. Im Visier stünden demnach Flüchtlinge und Menschen, die sich für die Migranten engagieren.

Es sei davon auszugehen, dass die rechte Szene ihre "Agitation" gegen die Asylpolitik weiter verschärfe, heißt es. Das ansonsten "sehr heterogene rechtsextremistische Spektrum" finde hier einen "ideologischen Konsens". Neben Brandstiftung griffen die Täter zu Waffen wie Zwillen mit Stahlkugeln und Holzknüppeln sowie Buttersäure.