"Den Rechtsextremisten darf es nicht gelingen, die Menschen so sehr einzuschüchtern, dass bürgerschaftliches Engagement dadurch zum Erliegen kommt", warnte Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, in der Mitteldeutschen Zeitung. Die Bekämpfung des wachsenden Rechtsextremismus müsse bei Politik und Sicherheitsbehörden oberste Priorität haben, sagte Schuster weiter. Deutschland müsse in der Lage sein, sowohl die Asylbewerber als auch die ehrenamtlichen Helfer zu schützen. Dazu sei es notwendig, BKA und Polizei personell aufzustocken.

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußerte sich besorgt über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. "Wenn bei Demonstrationen Hassparolen zu hören sind und solche Hetze dazu führt, dass engagierte Menschen wie die künftige Kölner Oberbürgermeisterin angegriffen werden, dann bereiten mir diese sogenannten besorgten Bürger ernsthafte Sorgen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Allerdings stehe die große Mehrheit der Bürger für demokratische Werte ein und demonstriere Herz statt Hass.

Nach Angriffen von Gewalttätern auf Einsatzkräfte forderte der Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), Albrecht Broemme, mehr Polizeischutz für Flüchtlingshelfer. "Wir brauchen für unsere Einsätze in der Flüchtlingshilfe in einigen Fällen eine stärkere Begleitung durch die Polizei", sagte er der Zeitung Die Welt. Künftig müsse die Polizeipräsenz vor den Unterkünften so stark sein, dass die THW- und Rotkreuz-Helfer in Ruhe und Sicherheit arbeiten könnten. "Wir können nur in einer sicheren Umgebung helfen."