Ungewohnt deutlich hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor Pegida gewarnt. "Inzwischen ist es völlig eindeutig. Diejenigen, die das organisieren, sind harte Rechtsextremisten", sagte er in der ARD.

"Sie bezeichnen Asylbewerber pauschal als Verbrecher, alle Politiker als Hochverräter. Das ist fernab jedes demokratischen Konsenses." Die Bürger rief de Maizière dazu auf, sich klar von der rassistischen Bewegung abzugrenzen: "Bleiben Sie weg von denen, die diesen Hass, dieses Gift in unser Land spritzen." Jeder, der dahingehe, müsse wissen, "dass er Rattenfängern hinterherläuft".    

Pegida marschiert seit genau einem Jahr regelmäßig auf, vor allem in der sächsischen Hauptstadt Dresden. Damals hatte sich de Maizière zunächst noch dafür stark gemacht, die Sorgen der Pegida-Anhänger ernst zu nehmen. So sagte er, es gebe zwar bei den Initiatoren "problematische Entwicklungen", aber unter den Teilnehmern der Demonstrationen "gibt es doch ganz schön viele, die bringen ihre Sorgen zum Ausdruck vor den Herausforderungen unserer Zeit".

Den Anschlag auf die parteilose künftige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker bezeichnete de Maizière als "entsetzliche Tat". Reker ist bekannt für Engagement für Flüchtlinge in Köln, am Samstag war sie mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei geht von einem rassistischen Motiv aus.

Zuvor hatte bereits Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) vor Pegida gewarnt und die Anhänger der Bewegung mitverantwortlich für Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gemacht.

Zur Jahrestagkundgebung des fremdenfeindlichen Bündnisses am Montag bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. Sie rechnet angesichts der überregionalen Mobilisierung von Anhängern und Gegnern der fremdenfeindlichen Bewegung mit Zehntausenden Demonstranten in Dresden.