Die von der Polizei in Franken hochgenommene rechtsextreme Gruppe soll laut Staatsanwaltschaft Anschläge auf Asylbewerberheime und Angehörige des linken Spektrums geplant haben. Die Beschuldigten hätten unter anderem Sprengsätze in zwei Bamberger Unterkünfte für Flüchtlinge werfen wollen, um Angst und Schrecken zu verbreiten, sagte Oberstaatsanwalt Erik Ohlenschlager. Das sogenannte Balkan-Zentrum in Bamberg hätte demnach eines ihrer Ziele sein können.

In der ehemaligen US-Kaserne in Bamberg leben zurzeit knapp 500 Flüchtlinge aus den westlichen Balkanländern. Sie haben kaum eine Aussicht darauf, dass ihr Asylantrag bewilligt wird. Womöglich habe die Gruppe am 31. Oktober einen Anschlag auf die Einrichtung verüben wollen, sagte Bambergs Polizeivizepräsident Werner Mikulasch.

Nach Angaben der Ermittler hatten die 13 Beschuldigten für die geplanten Taten kiloweise pyrotechnisches Material – darunter sogenannte Kugelbomben – aus Osteuropa bestellt. Dieses besitze eine hohe Sprengkraft und sei ein "höchst gefährliches Explosionsmittel", das Menschen schwer verletzen oder sogar töten könne.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um elf Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 21 und 36 Jahren. Drei von ihnen wurden bereits verhaftet, gegen andere Beteiligte beantragte die Anklagebehörde weitere Haftbefehle.

Ermittelt wird unter anderem wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Vorbereitung eines Explosionsverbrechens und gefährlicher Körperverletzung.

Nach Angaben der Bamberger Polizei handelt es sich bei einigen Verdächtigen um Aktivisten von Ablegern der Pegida-Bewegung und Mitglieder der rechtsextremen Partei Die Rechte. Einzelne Verdächtige sollen Kundgebungen des Nürnberger Pegida-Ablegers Nügida angemeldet haben. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks handelt es bei einem der Festgenommenen um den Nürnberger Nügida-Anmelder Dan E.

Bei den Durchsuchungen von zwölf Wohnungen in Ober- und Mittelfranken am Mittwoch hatten die Ermittler eine scharfe Schusswaffe mit Munition beschlagnahmt, außerdem mehrere nicht scharfe Schusswaffen, verbotene pyrotechnische Gegenstände, Baseballschläger, Stichwaffen und rechtsextremes Propagandamaterial.

Die rechtsextreme Kleinstpartei Die Rechte hatte im vergangenen März einen Kreisverband in Bamberg gegründet. Die Bamberger Kreisvorsitzende Nadine H. war zugleich auch Vizelandeschefin der Partei in Bayern. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gehört sie auch zu den Festgenommenen.