Die Einrichtung von Transitzonen an den deutschen Grenzen ist weiterhin Thema. Der Hauptflüchtlingskoordinator, Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), kündigte an, die Koalition werde in den nächsten Tagen über solche Zonen entscheiden. 

Ein fünfstündiges Treffen der Innenminister von Bund und Ländern mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) blieb aber offensichtlich ohne Ergebnisse. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, man sei sich innerhalb der Union darüber einig, Transitzonen einführen zu wollen. Im Laufe dieser Woche werde man die Konzepte im Einzelnen ausarbeiten.

Nordrhein-Westfalens Ressortchef Ralf Jäger (SPD) bestätigte, man wolle über Transitzonen im Gespräch bleiben. Sein Kollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), sagte, ihre Einführung sei auf Ebene der Ministerpräsidenten zu regeln. Er sei zuversichtlich, dass es da zu einer Lösung komme.

Die CSU und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sind für die Einrichtung von Transitzonen. Diese gibt es bereits an großen Flughäfen. Dort werden Asylbewerber festgehalten, die aus einem als sicher eingestuften Herkunftsland kommen oder keine beziehungsweise gefälschte Ausweispapiere haben. Ihr Asylgesuch wird innerhalb weniger Tage bearbeitet. Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl sind dagegen

Unklar ist angesichts der ungesicherten Grenzen zu den Nachbarn Deutschlands unter anderem, wie gewährleistet werden könnte, dass ankommende Flüchtlinge Transitzonen nicht einfach umgehen. So sagte etwa SPD-Vize Ralf Stegner, ihm sei nicht klar, was man sich unter einer solchen Transitzone überhaupt vorstellen sollte. "Sind das Einrichtungen für Hunderttausende Menschen an der Grenze, und gilt das Asylrecht dort, oder gilt es nicht?", fragte er im WDR5-Interview. Auf keinen Fall dürfte das Asylrecht durch solche Zonen ausgehöhlt werden.