Henriette Reker wird neue Oberbürgermeisterin von Köln. Nach der Auszählung erhielt Reker 52,7 Prozent, gefolgt von Jochen Ott (SPD) mit 32 Prozent der Stimmen. Damit hat die parteilose Kandidatin die nötige absolute Mehrheit erreicht. Reker wird unterstützt von CDU, FDP und Grünen. Sie ist die erste parteilose Oberbürgermeisterin und die erste Frau an der Spitze Kölns.

Am Samstag war auf Reker ein Attentat verübt worden. Die Wahl des Nachfolgers des scheidenden Oberbürgermeisters Jürgen Roters (SPD) fand dennoch planmäßig statt, mehr als 810.000 Bürger waren stimmberechtigt. Bis zur Schließung der Wahllokale lag die Wahlbeteiligung bei 39,7 Prozent.

SPD-Kandidat Jochen Ott hat seine Niederlage bereits eingestanden und gratulierte Henriette Reker. "Wir werden Frau Reker die Hand reichen. Wir wissen, diese Stadt hat viele Herausforderungen zu bestehen. Deshalb ist es wichtig, dass sie schnell wieder gesund wird. Frau Reker, an dieser Stelle alles Gute", sagte Ott laut Kölner Stadtanzeiger im Rathaus.

Reker hatte im Wahlkampf einen "tiefgreifenden Wandel in Köln" versprochen. Zudem kündigte sie an, nach mehreren Skandalen in der Domstadt verlorenes Vertrauen in Politik und Verwaltung durch mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu stärken. 

Reker nach Operation nicht mehr in Lebensgefahr

Bei dem Attentat wurde Reker, die bisher Sozialdezernentin für die Unterbringung von Flüchtlingen ist, mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Nach einer Operation bestehe für Reker keine Lebensgefahr mehr, teilten Mitarbeiter der Politikerin und das Universitätsklinikum Köln mit. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde ein Haftbefehl erlassen, laut Polizei nannte er fremdenfeindliche Motive für seine Tat.

Wie in allen anderen Kommunen in Nordrhein-Westfalen sollte eigentlich bereits Mitte September in Köln gewählt werden. Allerdings gab es Unstimmigkeiten über die Gestaltung der Stimmzettel. So hatten unter anderem Politiker von CDU und Grünen kritisiert, dass die Namen der Kandidaten deutlich kleiner geschrieben waren als die Namen der Parteien.

Besonders davon betroffen wäre die parteilose Politikerin Reker gewesen, die als einzige starke Konkurrentin des SPD-Kandidaten Ott galt. Die Bezirksregierung hatte die Stimmzettel für rechtswidrig erklärt. Die Abstimmung wurde verschoben.