Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, will bei den Bundestagswahlen 2017 als Spitzenkandidat antreten. "Wenn es so weit ist, werde ich offiziell meine Bewerbung für die Urwahl einreichen", sagte der 45-Jährige der taz. Die 61.000 Mitglieder der Grünen sollen Ende kommenden Jahres zwei Spitzenkandidaten wählen, mindestens eine davon soll weiblich sein.

Hofreiter will die Mitglieder mit "grünen Kernthemen" wie dem Klimaschutz, der Agrarwende und der internationalen Solidarität hinter sich versammeln, sagte er der taz. "Ich habe als Biologe vor meiner Politiklaufbahn viele Länder bereist, weiß also, wie ungerecht es auf der Welt zugeht, warum wir vieles verändern müssen." Er wolle für echte Veränderungen kämpfen und die Lebensgrundlage der Menschen schützen. Krisen wie die Euro- oder Flüchtlingskrise fielen nicht vom Himmel, sondern seien Ergebnisse einer falschen Politik.

Nach seiner Co-Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Robert Habeck ist Hofreiter der dritte Grünenpolitiker, der seine Bewerbung ankündigt. Vor Wochen hatte sich auch der Parteirebell Robert Zion ins Gespräch gebracht.  

Hofreiter gilt als Vertreter der Fundis in den Grünen, des linken Parteiflügels. Habeck wird den sogenannten Realos zugerechnet. Auch Göring-Eckardt zählt zu den Realos, wird aber auch von den Parteilinken unterstützt. Erwartet wird, dass sich auch Parteichef Cem Özdemir um die Spitzenkandidatur bewirbt. Er will sich jedoch nicht vor den Bundesvorstandswahlen beim Parteitag in zwei Wochen äußern.