In Deutschland sind in den vergangenen Tagen deutlich weniger Flüchtlinge angekommen als in den Wochen und Monaten zuvor. Am gesamten Wochenende reisten nach Angaben der Bundespolizei insgesamt 5.786 Menschen ein. Der Großteil von ihnen kam in Bayern an.

Noch Mitte November lagen die Zahlen bei 7.000 bis 8.000 Menschen pro Tag. Zu Hochzeiten im Sommer registrierte die Polizei täglich rund 10.000 Flüchtlinge.

Insgesamt kamen nach vorläufigen Zahlen der Bundespolizei im November 216.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Die Prognose der Bundesregierung von 800.000 Flüchtlingen für das gesamte Jahr ist damit bereits überschritten. Allerdings reisen manche Menschen auch in andere Länder und Regionen, etwa nach Skandinavien, weiter.

Wetter und Kontrollen als mögliche Ursachen

Die genauen Gründe für den Rückgang der Einreisen sind nach Angaben der Behörden unbekannt. Ein Sprecher des Innenministeriums verwies auf sehr starke Winde in der Ägäis als eine mögliche Ursache. Dort machen sich viele Menschen mit dem Boot vom türkischen Festland aus auf den Weg in Richtung griechische Inseln, um danach die Balkanroute in Richtung Westeuropa zu nehmen. Wie sich die Zahlen weiterhin entwickeln werden, lasse sich noch nicht abschätzen, sagte der Sprecher.

Ein weiterer Grund könnten die Zäune und Kontrollen auf der Balkanroute sein. Zahlreiche Balkanstaaten lassen zudem seit zwei Wochen nur noch Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan passieren. Die Maßnahme hat dazu geführt, dass an vielen Grenzübergängen Menschen anderer Nationalitäten festsitzen.

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