Im September verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel "Wir schaffen das!" und meinte damit: Deutschland sei imstande, die vielen Flüchtlinge aufzunehmen und die sich daraus ergebenden Folgen zu schultern. Die Mehrheit der Bundesbürger pflichtete ihr damals bei. 

Zwei Monate, viele politische Streitigkeiten und Hunderttausende von Flüchtlingen später schwindet diese Zustimmung. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infas, die der ZEIT vorliegt, stimmen  dem Satz "Wir schaffen das" zwar noch 44 Prozent der Männer, aber nur 32 Prozent der Frauen "eher zu". Hingegen lehnen ihn 49 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer "eher" ab.

Merkels Credo wird zudem von weit mehr Westdeutschen gestützt als von Ostdeutschen (43 gegenüber 22 Prozent), mehr Deutschen mit Abitur als mit einem Hauptschulabschluss, mehr Erwerbstätigen als Arbeitslosen, mehr Besserverdienenden als Geringverdienenden und mehr Jüngeren als Älteren.

Die höchste Zustimmung erfährt Merkels Aussage mit 45 Prozent von den 40- bis 49-Jährigen. Die größte Ablehnung äußern die 50- bis 59-Jährigen (53 Prozent) und die 30- bis 39-Jährigen (52 Prozent).

Für die Erhebung hat das Meinungsforschungsinstitut Infas in einer telefonischen Repräsentativerhebung 1.009 Bundesbürgern in der Zeit zwischen dem 5. Oktober und dem 2. November befragt.