Der Drahtzieher der Anschlagsserie in Paris soll doch Kontakte nach Deutschland gehabt haben – oder zumindest zu deutschen Syrienkämpfern. Das jedenfalls berichtet der Spiegel. Angeblich waren Abdelhamid Abaaoud und mehrere seiner Mittäter aus Belgien und Frankreich mit der sogenannten Lohberger Brigade bekannt. Diese Gruppe deutscher Islamisten aus dem Dinslakener Stadtteil Lohberg  war 2013 nach Syrien in den Dschihad gezogen.

Der Spiegel schreibt nun, Abaaoud und seine Mitstreiter seien im Frühjahr 2014 im nordsyrischen Asas mit einigen Männern aus der "Lohberger Brigade" gemeinsam im selben Haus untergekommen. Im Februar 2014 hätten Abaaouds Gruppe und der Lohberger Mustafa K. für Fotos vor derselben Statue im Zentrum von Asas mit abgeschlagenen Köpfen posiert. Eine weitere Bestätigung dieses Kontakts gibt es jedoch bislang nicht.

Abaaoud war am 18. November bei der Erstürmung einer verdächtigen Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis getötet worden. Der belgisch-marokkanische Islamist könnte damals womöglich einen Selbstmordanschlag auf das Pariser Geschäftsviertel La Défense geplant haben.

Bisher war nicht bekannt gewesen, dass Abaaoud womöglich Kontakte zu deutschen Syrienkämpfern gepflegt hat. Man wusste lediglich, dass er sich vor einigen Jahren mehrmals in Deutschland aufhielt. 2007 und 2008 hatte er in Köln jeweils ein Auto gekauft und dieses nach Belgien überführt. Zudem war er 2014 über den Flughafen Köln/Bonn in die Türkei gereist. Mehr Erkenntnisse über den Mann gab es nicht.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte der Welt am Sonntag gesagt, die deutschen Sicherheitsbehörden hätten keine Verbindungen zwischen Deutschland und den islamistischen Anschlägen in Paris nachweisen können. "Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gibt es keinen Bezug zwischen Deutschland und den Anschlägen in Paris".

Zwei Wochen nach den Anschlägen mit 130 Todesopfern laufen allerdings mehrere Ermittlungsverfahren. So prüft die Stuttgarter Staatsanwaltschaft den Verdacht, ob ein Zusammenhang zwischen den Attentaten vom 13. November und der Lieferung von vier Sturmgewehren aus Baden-Württemberg an eine Pariser Adresse besteht.