In der Auseinandersetzung um schnellere Asylverfahren hat Innenminister Thomas de Maizière das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Schutz genommen. "Seit vielen Monaten arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamtes unter höchster Belastung", sagte der oberste Bamf-Dienstherr der Bild am Sonntag. "Trotz dramatisch gestiegener Antragszahlen ist es ihnen gelungen, dass die durchschnittliche Verfahrensdauer trotzdem nicht gestiegen, sondern gesunken ist." Er gab sich optimistisch, dass "die Verfahrensdauer in den nächsten Monaten nochmals deutlich verkürzt" wird.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kritisierte die Arbeit des Bamf hingegen harsch. In der Bild am Sonntag sprach sie von "Zuständen, die nicht tragbar sind" und verlangte auch mehr Einsatz von den Bamf-Beamten: "Dienst von Montag bis Freitag – das geht in diesen Zeiten nicht mehr". In den Kommunen und den Ländern arbeiteten die Mitarbeiter im Schichtdienst sowie am Wochenende und kloppten Überstunden. Das müsse auch das Bamf leisten können. Ähnlich hatte sich schon der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), geäußert: "Man kann auch samstags und sonntags durchaus tätig werden."

Die Innenminister der Länder hatten am Freitag nach einem Gespräch mit dem neuen Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise ebenfalls heftige Kritik geübt. Sie forderten entschiedenere Schritte zur Beschleunigung der Asylverfahren und regten ebenfalls an, beim Bamf über Schichtarbeit und Einsätze am Wochenende nachzudenken. Die Behörde soll 4.000 zusätzliche Stellen bekommen und der Datenaustausch zwischen allen beteiligten Behörden verbessert werden, damit angesichts des Flüchtlingsandrangs Anträge schneller bearbeitet werden können.

De Maizière lobte Frank-Jürgen Weise, der seit einigen Wochen in Personalunion das Bamf und die Bundesagentur für Arbeit leitet: Er habe mit seiner "großen Management-Kompetenz hervorragend die Weichen für diesen Prozess gestellt und diese wird ihn auch zum Erfolg führen".