Nach dem schlechten Abschneiden von Sigmar Gabriel bei seiner Wiederwahl zum SPD-Chef haben ihn mehrere Parteigenossen getröstet. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann lobte die Reaktion Gabriels: "Sigmar Gabriel hat auf ein schlechtes Wahlergebnis stark reagiert. Das ist die richtige Haltung." Immerhin drei Viertel der Delegierten hätten in schwierigen Zeiten Gabriels Kurs gestärkt. "Das ist ein Kurs der Mitte. Und den werden wir jetzt umsetzen", kündigte der SPD-Fraktionschef an.  Andrea Nahles bestärkte: "Ein bisschen Wind wirft dich nicht um.Wir brauchen Dich."

Auch Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) tröstete ihn am Telefon. Schröder habe selbst als Kanzler bei seiner ersten Wahl zum SPD-Chef nur 76 Prozent erhalten, habe der Altkanzler dem aktuellen SPD-Chef erzählt, berichtete Gabriel im ZDF. Auch Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel meldete sich bei Gabriel und gratulierte per SMS zur Wiederwahl, sagte der Parteivorsitzende.

Gabriel verteidigt seine Amtsführung

Gabriel hatte bei seiner Wiederwahl nur 74,3 Prozent der Stimmen erhalten. Es ist das mit Abstand schlechteste Ergebnis bei seinen vier Wahlen seit 2009. Der Parteivorsitzende sieht selbst keine Fehler in seiner Amtsführung und verteidigte sich. "Ich glaube, dass ich nichts falsch gemacht habe, sondern dass ich dafür gesorgt habe, dass der Kurs der SPD klar wird", sagte der Vizekanzler dem Sender n-tv. Einem Teil der SPD sei seine Politik nicht weit genug links. 

Gabriel wolle sich aber nicht verbiegen. "Am Ende des Tages finde ich es ehrlich gesagt gefährlicher, wenn man Formelkompromisse macht und nie deutlich wird, wohin man eigentlich will." Das bringe vielleicht bessere Wahlergebnisse, räche sich aber irgendwann. "Deswegen finde ich es so schon ganz in Ordnung." Gegenüber der ARD sagte Gabriel, er sei mit dem Wahlergebnis zufrieden.