Der AfD-Politiker Björn Höcke sieht in dem Protestbündnis Pegida einen Wegbereiter für die Wahlerfolge der Alternative für Deutschland. Die AfD stehe Pegida inhaltlich nahe, ohne organisatorisch verbunden zu sein, sagte Höcke auf dem Parteitag der Thüringer AfD in Arnstadt. Er bezeichnete Pegida als "parlamentarische Vorfeldorganisation in Dresden". Ohne Pegida wäre die AfD nicht, wo sie ist: "Ich sage danke."

In die Diskussion um das Profil der AfD bringe er den Begriff "fundamentaloppositionelle Bewegungspartei" ein, sagte Höcke. "Das heißt nicht, dass wir den Parlamentarismus ablehnen." Ihm gehe es darum, dass die AfD mit ihren Anliegen auch auf die Straßen gehen müsse. Noch stärker werden könne sie nur "in grundsätzlicher Opposition zum verbrauchten Altparteienkartell".

Für den Thüringer Landtag kündigte Höcke einen Antrag der AfD an, die deutsche Sprache als Landessprache in der Landesverfassung zu verankern. Positiv äußerte sich Höcke zu anderen rechtspopulistischen Parteien wie der FPÖ in Österreich. Über den Front National in Frankreich sagte er, trotz unterschiedlicher Positionen müsse das Verbindende, nicht das Trennende herausgestellt werden.

Verfassungsschutz hält AfD nicht für rechtsextrem

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, sieht keinen Anlass für eine Überwachung von AfD-Politikern. Die Partei "ist aus unserer Sicht derzeit keine rechtsextremistische Partei", sagte Maaßen der Welt am Sonntag. Es gebe keine Anhaltspunkte, "dass die Partei die Voraussetzungen erfüllt, um Beobachtungsobjekt des Bundesverfassungsschutzes zu sein". Zwar würden an AfD-Veranstaltungen gelegentlich Mitglieder der rechtsextremen NPD teilnehmen, diese hätten jedoch keinen steuernden Einfluss, sagte Maaßen.

Die AfD war bei den Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt in die Landesparlamente eingezogen. In Thüringen und anderen ostdeutschen Bundesländern – mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern, wo am 4. September ein neuer Landtag gewählt wird – ist die Partei bereits mit Abgeordneten vertreten.