Auch die rheinland-pfälzische AfD hat offenbar Verbindungen in die rechtsextreme Szene. Im Fokus steht dabei die in der Region bekannte Rechtsextremistin Ulrike Reinhardt, berichtet der stern. Demnach gab es mehrmals Treffen zwischen Reinhardt und dem Landesparteichef der AfD, Attila Sonal. "Ich war auf jedem Stammtisch von Herrn Sonal und auch schon bei ihm zuhause", zitiert der stern Reinhardt. Sonal sagte demnach dem stern: "Frau Reinhardt war auf unseren Dialog-Veranstaltungen. Ob das auch in Zukunft so ist, weiß ich nicht."

Vergangene Woche war der Landesverband der AfD im Nachbarbundesland Saarland vom Bundesverband aufgelöst worden, nachdem der stern Kontakte zu Neonazis aufgedeckt hatte. Auch dabei ging es unter anderem um die rechte Aktivistin Reinhardt. Die Organisatorin der sogenannten Pfälzer Spaziergänge, welche laut Verfassungsschutz von der NPD gesteuert werden, soll sich in E-Mails mit dem inzwischen entmachteten Chef der Saarland-AfD, Josef Dörr, ausgetauscht haben. Mehrere mit ihr in Verbindung stehende Neonazis nahmen zudem an mindestens einer Demonstration der Saar-AfD teil. 

Laut stern engagierte der AfD-Kreisverband Kaiserslautern Wahlkampfhelfer über Andreas Burkhardt aus Pirmasens, der dem Bericht zufolge für die Republikaner im Stadtrat sitzt und eine Fraktion mit dem örtlichen NPD-Abgeordneten bildet. Bei der Wahlkampfhilfe ging es demnach um das Verteilen von AfD-Flugblättern im Wahlkampf für die rheinland-pfälzische Landtagswahl am 13. März. Für diesen Job habe Burkhardt Teilnehmer der Pfälzer Spaziergänge gewonnen. "Es ging bei den Flugblättern um den südlichen Teil Kaiserslauterns und um einige Verbandsgemeinden, also um den Wahlkreis von Herrn Sonal", sagte Burkhardt dem stern.

Die AfD versucht sich trotz der offen nationalistischen Rhetorik einiger ihrer Parteispitzen von rechtsextremen Gruppen abzugrenzen. Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 13. März hatte die AfD 12,6 Prozent der Stimmen erhalten.