Nach den jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz steht die AfD sehr gut da: Die rechtspopulistische Partei ist mittlerweile in acht Landtagen vertreten. Aktiv das politische Geschehen gestalten will sie aber offenbar noch nicht. Mit Alexander Gauland und Jörg Meuthen haben sich jetzt zwei ihrer Spitzenfunktionäre dagegen ausgesprochen, bald mit der AfD zu regieren.

"Ich kann in der Regierung mit anderen, weit Stärkeren, natürlich nicht das umsetzen, was ich in der Opposition fordere", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Noch sei die Partei "zu klein und zu jung."

"Wir sind noch nicht so stark und gefestigt, dass wir direkte Regierungsverantwortung übernehmen und dabei etwas durchsetzen könnten", sagte Gauland, der auch Vorsitzender der brandenburgischen AfD ist. Mit diesen Aussagen wendete sich der frühere CDU-Politiker gegen die erste Bundesvorsitzende Frauke Petry. Diese hatte auf dem Landesparteitag der sächsischen AfD angekündigt, ihre Partei bald in eine Regierung führen zu wollen. Dazu sagte Gauland: "Nicht alles, was einer von uns sagt, ist mit dem anderen abgesprochen."

Gleiches dürfte für den Vorsitzenden des Thüringer Landesverbandes, Björn Höcke, gelten. Dieser hatte vor einigen Wochen betont, er sehe die AfD schon bald als "Kanzlerpartei". "Wir müssen den Anspruch haben, eine Volkspartei zu werden", sagte er auf einer Kundgebung in Erfurt.

Der gleichen Meinung wie Gauland ist der zweite AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen. "Irgendwann später wird sich sicher einmal die Frage stellen, aber da sind wir noch nicht", sagt Meuthen in dem Interview, das er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gemeinsam mit Gauland gegeben hat.