Linke Gegendemonstranten haben am Samstag in Berlin etwa 300 aufmarschierten Rechtsextremisten und Rechtspopulisten teilweise die Wegstrecke versperrt. Deren Route musste deswegen geändert werden, teilte die Polizei mit. Die Zahl der Gegendemonstranten schätzte die Behörde auf mindestens 400. Aus ihren Reihen flogen mehrfach Knallkörper auf die Rechten. Es gab eine Reihe von Festnahmen, vor allem zur Personalienüberprüfung. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 550 Beamten im Einsatz.

Unter dem Motto "Sicherheit statt Angst! Recht auf Zukunft! Mut zum Widerstand" hatten rechte Gruppen zu einer Demonstration im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf aufgerufen. Gegendemonstranten blockierten die sechs Kilometer lange Route, berichtete der Tagesspiegel.

Neben der rechten Gruppe Bürgerbewegung Marzahn-Hellersdorf hatte auch die NPD auf ihrer Facebook-Seite zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. Der Marsch von Rechtsextremen und Rechspopulisten richtete sich gegen eine Flüchtlingsunterkunft in dem östlichen Berliner Bezirk, führte aber laut Polizei nicht an der Unterkunft vorbei. Die Neonazis skandierten: "Hier marschiert der nationale Widerstand." Zu mehreren Gegenkundgebungen hatten unter anderem Gewerkschaften, Jusos sowie Antifa-Gruppen aufgerufen. Unter der Parole "Naziaufmarsch verhindern" protestierten sie gegen die Rechten.