"Liebe Landsleute, wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Ausreise....": Diesen wohl berühmtesten unvollständigen Satz der deutschen Geschichte richtete Hans-Dietrich Genscher am 30. September 1989 vom Balkon der deutschen Botschaft in Prag an Hunderte DDR-Bürger, die in den Westen flüchten wollten. Für viele war dies der eigentliche Impuls zur Wiedervereinigung. Nun ist der Impulsgeber im Alter von 89 Jahren an Herzversagen gestorben. Politische und persönliche Wegbegleiter zum Tod Hans-Dietrich Genschers:

"Mit Hans-Dietrich Genscher verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte unseres Landes. Beharrlich, allgegenwärtig und mit feinem Gespür für historische Momente hat er das friedliche Zusammenwachsen unseres Landes und unseres Kontinents vorangetrieben. Sein kluger Rat war bis zuletzt gefragt. Seine Stimme wird uns fehlen."
Joachim Gauck, Bundespräsident

"Mit ihm verliert Deutschland einen weltweit geachteten Staatsmann und ich persönlich einen hochgeschätzten Ratgeber. Ich verneige mich in Hochachtung vor der Lebensleistung dieses großen liberalen Patrioten und Europäers. Ich bleibe für all die Gespräche und Begegnungen mit ihm dankbar, bei denen ich bis in die letzten Jahre von seiner Welterfahrung und Lebensweisheit schöpfen durfte. Als gebürtiger Hallenser hat Hans-Dietrich Genscher das Unrecht der deutschen Teilung nie hingenommen."
Angela Merkel, Bundeskanzlerin und Vorsitzende der CDU

"Hans-Dietrich Genscher hat in seinem langen und bewegten Leben buchstäblich Geschichte geschrieben, Geschichte unseres Landes, Deutschlands, und Geschichte Europas. Sein Platz in den Geschichtsbüchern ist ihm gewiss."
Frank-Walter Steinmeier (SPD), Bundesaußenminister

"Genscher hat Geschichte geschrieben und unser Land geprägt. Wir haben ihm viel zu verdanken. Unsere Trauer kann nicht größer sein. Seine Verdienste bleiben. Für seine liberale Partei war er ein väterlicher Freund, der uns bis zuletzt mit Rat und Tat zur Seite stand. Nach Guido Westerwelle verlieren wir eine zweite unserer großen Persönlichkeiten."
Christian Lindner, FDP-Vorsitzender

"Er sagte, Europa ist unsere Zukunft, wir haben keine andere."
Gerhard Baum, früherer FDP-Innenminister

"In tiefster Trauer und voll von unendlichem Respekt vor Hans-Dietrich Genschers Leistungen für Deutschland, Europa und die Welt."
Philipp Rösler, früherer FDP-Vorsitzender

"Er hat nie aufgegeben. Das ist etwas, das sein Leben geprägt hat."
Klaus Kinkel, früherer FDP-Außenminister und Genschers direkter Nachfolger in diesem Amt

"Mit ihm verliert unser Land einen der ganz großen Liberalen, einen Anwalt der Verständigung und der steten Annäherung und eine einzigartige Persönlichkeit. In unverwechselbarer Weise verband er politisches Verhandlungsgeschick mit Gespür für weltpolitische Veränderungen und sensible Einfühlung in die Mentalität seines Gegenübers."
Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender

"Große Trauer um Hans-Dietrich Genscher. Deutschland verliert einen großen Staatsmann."
Heiko Maas (SPD), Bundesjustizminister

"Sicher der einflussreichste Freidemokrat der letzten Jahrzehnte. Erfahrener Außenminister und Mann der 'Wende'"
Ralf Stegner, stellvertretender SPD-Vorsitzender

"Die FDP trifft es wirklich hart in diesen Tagen. Unser Beileid und Verneigung vor einem großen Politiker, Hans-Dietrich."
Simone Peter, Grünen-Parteichefin

"Große Trauer um einen großen Demokraten und Außenpolitiker"
Jürgen Trittin
, früherer Bundesumweltminister und Fraktionschef der Grünen

"Mit ihm ist einer der international anerkanntesten und profiliertesten Politiker der Bundesrepublik Deutschland gestorben. Er legte Wert auf eine eigenständige europäische Außenpolitik."
Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, Linken-Fraktionschefs

"Er war kein Zyniker der Macht, kein Funktionär, kein Dogmatiker, sondern vom Grunde seines Herzens freundlich und zugewandt."
Norbert Blüm (CDU), früherer Arbeitsminister

"Mit Hans-Dietrich Genscher geht einer der ganz Großen. Wir verneigen uns vor einem leidenschaftlichen Homo politicus."
Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender