In der Debatte um ein Islamgesetz in Deutschland will sich die Türkische Gemeinde in Deutschland nicht die Sprache Deutsch in Moscheen vorschreiben lassen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Gökay Sofuoglu, sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, ein solches Gesetz sei verfassungswidrig. "Das Grundgesetz garantiert die Religionsfreiheit. Es ist verfassungswidrig, für eine einzelne Religion ein Gesetz zu erlassen", sagte Sofuoglu.

Er wies auf daraufhin, dass in katholischen Kirchen auch noch Latein gesprochen werde. Für Gökay Sofuoglu wird mit einer solchen Vorschrift ein Generalverdacht gegen Moscheen ausgesprochen. Er wirft der Union Populismus vor. "Das ist ein Versuch von CDU und CSU, die AfD rechts zu überholen." 

Die Idee, dass in Deutschland aktive Imame auch in Deutschland ausgebildet werden, unterstützte Gökay Sofuoglu hingegen. "Wer hier studiert hat, ist hier sozialisiert und hat einen realistischeren Blick auf die Gesellschaft", sagte Sofuoglu.

Auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter, kritisierte die Pläne der Union zu einem Islamgesetz. Peter warf der CDU und CSU in der Neuen Osnabrücker Zeitung einen Überbietungswettbewerb beim Thema Integration vor.

Die Grünen hätten schon oft gefordert, mehr Imame in Deutschland ausbilden zu lassen. "Von Sprachverboten aber halten wir nichts", sagte Peter.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hatte am Montag ein deutsches Islam-Gesetz gefordert. CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach unterstützte den Vorschlag. Das Gesetz soll die Finanzierung von Moscheen und Imamen aus dem Ausland beenden, die Ausbildung von Imamen in Deutschland sowie Deutsch als Sprache in Moscheen vorschreiben.