Baden-Württembergs CDU-Vorsitzender Thomas Strobl hat seinen Anspruch auf ein herausragendes Amt in der geplanten grün-schwarzen Landesregierung angemeldet. Er wolle Minister und Vizeregierungschef werden, wenn es einen grün-schwarzen Koalitionsvertrag gebe, der das Land voranbringe, und Partei und Fraktion dies unterstützten.

"Ja, ich bin bereit, nach Stuttgart zu gehen", sagte der Bundestagsabgeordnete und CDU-Bundesvize nach tagelangen Spekulationen über seine politische Zukunft. Zuvor hatte der 56-Jährige seine "nicht leichte" Entscheidung dem Präsidium, dem Landesvorstand sowie den Abgeordneten und Kreischefs der CDU mitgeteilt.

Zudem sollten Partei und Fraktion ihn unterstützen. In Teilnehmerkreisen hieß es, auf der Vorstandssitzung sei seine Ankündigung mit breitem Applaus aufgenommen worden. In den Wahlkampf hatte die CDU noch Fraktionschef Guido Wolf als Spitzenkandidat geführt.

Grüne und CDU verhandeln derzeit über eine mögliche Koalition. Bei einem erfolgreichen Abschluss könnte eine grün-schwarze Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach den bisherigen Planungen bis zum 12. Mai stehen. 

Bei der Landtagswahl Mitte März waren die Grünen um den populären Kretschmann klar stärkste Kraft vor der CDU geworden. Die bisherige grün-rote Koalition verlor aber ihre Mehrheit im Landtag. Momentan gilt Grün-Schwarz als einzige realistische Option. Ein Regierungsbündnis aus Grünen und CDU unter Führung der Grünen als stärkerer Kraft wäre in Deutschland auf Landesebene eine Premiere. Bislang gab es lediglich schwarz-grüne Landesregierungen unter CDU-Führung. Dies ist derzeit in Hessen der Fall.

Nachdem CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf eine Juniorpartnerschaft seiner Partei mit den Grünen lange für "nicht vorstellbar" hielt, könnte sich die CDU nun in eine Koalition unter Winfried Kretschmann fügen. Doch CDU-Landeschef Strobl machte deutlich, dass die Grünen in einem gemeinsamen Bündnis auch manches an ihrer Politik ändern müssten.