Die SPD in Sachsen-Anhalt hat sich für Koalitionsverhandlungen mit CDU und Grünen ausgesprochen. Auf einem Sonderparteitag stimmte die große Mehrheit der rund 100 Delegierten für die Verhandlungen. Acht Delegierte stimmten dagegen, zwei enthielten sich. Am Vorabend hatten sich bereits die Grünen für Koalitionsverhandlungen ausgesprochen. Da auch die CDU die Gespräche befürwortet, können sie nun am Montag beginnen.

Die Koalition aus schwarz-rot-grün, wegen der Flaggenfarben Keniabündnis genannt, ist die einzig realistische Möglichkeit der Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt. Die bisherigen Regierungspartner CDU und SPD sind auf die knapp in den Landtag eingezogenen Grünen angewiesen. Denn mit der AfD will keiner paktieren, und eine Koalition mit der Linkspartei hatte CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff immer ausgeschlossen. 

Die SPD hatte nach internen Querelen den großen Landesparteitag angesetzt, um sich mit einer Vorstandsneuwahl Rückhalt für die Koalitionsgespräche zu holen. Teile der Partei sahen in dem desaströsen Elf-Prozent-Ergebnis keinen Auftrag zur Regierungsbildung.

Zum Auftakt des Parteitages bilanzierte die amtierende Landesparteichefin Katja Pähle das schlechte Abschneiden: "Wir haben das Vertrauen eines Großteils unserer Wählerinnen und Wähler verloren", sagte Pähle. Die AfD sei auch deshalb so stark geworden, weil die SPD so schwach abschnitt. Die SPD hatte nur 10,6 Prozent der Stimmen erhalten, die AfD kam auf 24,3 Prozent.