Die Grünen im Bundestag fordern nach der Einigung des VW-Konzerns mit den US-Behörden auch eine Entschädigung für deutsche Verbraucher. Union und SPD müssten das Recht auf Sammelklagen im Abgasskandal ermöglichen, sagte der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Oliver Krischer. So könnten die Kunden ihre Forderung gemeinsam einklagen.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat dem Volkswagen-Konzern vorgeworfen, die Kunden in Europa wie "Verbraucher zweiter Klasse" zu behandeln. Während der Konzern in den USA bereit sei, fehlerhafte Autos zurückzunehmen und Entschädigung anzubieten, wolle er in Deutschland und Europa "fast nichts tun", sagte Hofreiter. Dabei sei die Zahl der Betroffenen hier viel größer.

Volkswagen hatte am Donnerstag betroffenen Autobesitzern in den USA "substanzielle Entschädigungen" zugesichert. Ein Kompromiss mit den US-Behörden sieht auch Optionen vor, den Wagen kostenlos umrüsten oder von Volkswagen zurückkaufen zu lassen.

Auch Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) hat daraufhin den VW-Konzern aufgefordert, eine Kompensation für deutsche Kunden vorzulegen. "Die Ungleichbehandlung deutscher Kunden muss ein Ende haben", sagte Kutschaty. "VW muss jetzt auch in Deutschland ein ehrliches Angebot vorlegen und damit im Interesse seiner Mitarbeiter das Vertrauen der vielen Millionen Kunden zurückgewinnen."

Dass die US-Behörden nun auch Daimler ins Visier nähmen, zeige zudem die Dimensionen des Abgasskandals, sagte Krischer von den Grünen. Im Gegensatz zu den USA habe die Bundesregierung allerdings nicht zur Aufklärung beigetragen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) tue alles, damit die Autoindustrie weitermachen könne wie bisher. "Das muss endlich ein Ende haben."

Gemeinsam mit der Fraktion der Linken wollen die Grünen in der kommenden Woche einen Untersuchungsausschuss zum Dieselskandal beantragen. Dieser soll die Ereignisse bis ins Jahr 2007 zurückverfolgen.