Der baden-württembergische Landtag hat Winfried Kretschmann (Grüne) erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Damit ist der 67-Jährige Chef der bundesweit ersten grün-schwarzen Landesregierung. Für den Grünen-Politiker stimmten 82 Abgeordnete, 57 gegen ihn und einer enthielt sich. Damit konnte Kretschmann nicht alle 89 Stimmen seiner grün-schwarzen Koalition auf sich vereinigen. Im Landesparlament verfügen die Grünen über 47 Stimmen, die CDU über 42.

In Teilen der CDU-Fraktion gibt es Vorbehalte gegen Kretschmann. Bei einer Probeabstimmung hatten ihn mehrere CDU-Abgeordnete abgelehnt. Zuvor hatten sich Grüne und CDU auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag geeinigt.

Die Grünen waren aus der baden-württembergischen Landtagswahl am 13. März als stärkste Kraft hervorgegangen. Sie erreichten 30,3 Prozent. Dahinter kam die CDU mit 27 Prozent. Weil die SPD große Verluste hinnehmen musste, reichte es für eine Fortsetzung der bisherigen grün-roten Koalition nicht. Stattdessen hält die neu gebildete grün-schwarze Koalition mit 89 von 143 Sitzen eine komfortable Mehrheit im Stuttgarter Landtag.