Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat die Unternehmensberatung Roland Berger beauftragt, die Abteilung Technische Aufklärung (TA) des Dienstes auf mögliche Missstände hin zu überprüfen. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR erteilte der scheidende BND-Präsident Gerhard Schindler den Auftrag in Absprache mit dem Kanzleramt. Es wäre demnach das erste Mal, dass der Dienst eine Beratungsfirma einschaltet.

Die Berater sollen den Berichten zufolge bis Herbst 2016 Vorschläge für ein engmaschiges Kontrollsystem und für neue Arbeitsprozesse ausarbeiten. Der Auftrag sei öffentlich ausgeschrieben worden.

Die Technische Aufklärung kümmert sich vor allem ums Abhören und um die Bereiche Cyberbedrohung und Cyberabwehr. In die Kritik kam die Abteilung in Zusammenhang mit den Enthüllungen über Kooperationen mit dem US-Geheimdienst NSA, aber auch durch dadurch bekannt gewordene eigene Abhörpraktiken, von denen offensichtlich auch Politiker der EU und internationale Organisationen betroffen waren.

Der 63-jährige Schindler soll Ende Juni von Bruno Kahl abgelöst werden. Sein Wechsel in den Ruhestand wird ebenfalls mit der Abhöraffäre in Verbindung gebracht.