Der langjährige CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep ist am Montagmorgen nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Politiker sei im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Kronberg im Taunus verstorben, sagte sein Sohn Walther Leisler Kiep junior.

Der CDU-Politiker sei im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Kronberg im Taunus gestorben, hieß es von seinem Sohn. Kiep wurde 1926 geboren und ging in Hamburg und Istanbul zur Schule. Das Abitur machte er 1943 in Frankfurt am Main. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Kiep zum Arbeits- und Kriegsdienst eingezogen. Nach Kriegsende studierte er ohne Abschluss Geschichte und Volkswirtschaft. Bei der Metallgesellschaft AG in Frankfurt am Main machte erspäter eine kaufmännische Lehre, sein Berufsleben begann Kiep als Autoverkäufer bei Ford. 1961 schloss er sich der CDU an.

Von 1971 bis 1992 war der gebürtige Hamburger Bundesschatzmeister seiner Partei. Von 1976 bis 1980 amtierte Kiep als Finanzminister in Niedersachsen. Im Bundestag machte er sich einen Namen als Außenpolitiker und war von 1984 bis 2000 Vorsitzender des Vereins Atlantikbrücke, der sich für enge Beziehungen zwischen den USA und Deutschland einsetzt.

Umstritten war Kiep wegen seiner Rolle in der CDU-Spendenaffäre. Als Schatzmeister hatte er 1991 gemeinsam mit dem CDU-Finanzberater Horst Weyrauch vom Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber in der Schweiz eine Spende über eine Million D-Mark entgegengenommen. Diese wurde von der CDU nie ordnungsgemäß verbucht, 1999 wurde Leisler Kiep wegen der Angelegenheit festgenommen.

Verurteilt wurde er 2001 dann aber nur wegen einer privaten Steuerhinterziehung – zu einer Geldstrafe. Außerdem wurde er 2004 wegen einer Falschaussage vor dem Parteispenden-Untersuchungsausschuss belangt. Dabei wiederum ging es um eine 100.000-Mark-Spende Schreibers an die CDU, die den heutigen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Bedrängnis gebracht hatte. Die Ermittlungen gegen Schäuble wurden eingestellt.