Die Asylchancen von Bewerbern aus den Maghreb-Staaten Marokko, Tunesien und Algerien sind laut einem Bericht der Welt äußerst gering. Demnach erhielten im vergangenen Jahr nur zwei Antragsteller aus diesen Ländern Asyl nach Artikel 16a des Grundgesetzes. Zudem wurden insgesamt 53 Bürgern dieser Staaten Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention oder subsidiärer Schutz gewährt. Mit diesem Status dürfen sie nicht abgeschoben werden. Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Abgeordneten Ulla Jelpke.

Insgesamt kamen 2015 den Angaben zufolge etwa 26.000 Migranten irregulär aus Marokko, Algerien und Tunesien nach Deutschland. Der Bundestag hatte die drei Länder in der vergangenen Woche als sichere Herkunftsstaaten eingestuft. Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber in diese drei Staaten gab es dem Bericht zufolge kaum. Im ersten Quartal 2016 seien nur 57 Menschen in ihre Heimat abgeschoben worden, schreibt die Zeitung und beruft sich  auf Angaben des Bundesinnenministeriums. Knapp 100 Menschen seien in andere Länder gebracht worden. 

Freiwillige Ausreisen gab es in nennenswertem Umfang nur von Algeriern: 4.838 waren es im ersten Quartal, wie Bundesregierung der Welt mitteilte. 22 Marokkaner und lediglich acht Tunesier entschieden sich für eine freiwillige Ausreise .