Malu Dreyer (SPD) bleibt Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Der Mainzer Landtag wählte sie im ersten Wahlgang erneut zur Regierungschefin – mit den 52 Stimmen der neuen Koalition aus SPD, FDP und Grünen. Im Wahlkampf hatte Dreyer inmitten der Flüchtlingsdebatte auf sozialen Zusammenhalt gesetzt und die Sozialdemokraten bei der Landtagswahl Mitte März zum Sieg geführt. Wegen massiver Verluste der Grünen verlor die bisherige Koalition aber ihre Mehrheit. Eine große Koalition mit der CDU hatte Dreyer ausgeschlossen. Gemeinsam mit der FDP einigten sich die bisherigen Regierungsparteien auf das erste Ampelbündnis des Bundeslandes. Es hat allerdings eine äußerst knappe Mehrheit: 52 von 101 Sitzen.

Die SPD besetzt darin fünf Ministerposten: Dreyer behielt Innenminister Roger Lewentz, Finanzministerin Doris Ahnen und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Amt. Neu ins Kabinett kamen der Präsident der Hochschule Kaiserslautern, Konrad Wolf, als Wissenschaftsminister und Stefanie Hubig, bislang Staatssekretärin bei Bundesjustizminister Maas, als Bildungsministerin. 

FDP-Landeschef Volker Wissing übernimmt das Wirtschaftsressort und ist zugleich stellvertretender Ministerpräsident. Außerdem geht das Justizministerium an die FDP – Herbert Mertin wird es leiten. Die Grünen behielten ihr Kernressort, das Umweltministerium, das weiter von Ulrike Höfken geführt wird. Auch das Familienministerium bleibt bei den Grünen, ihm steht jetzt Anne Spiegel vor.

Stärkste Oppositionspartei ist die CDU von Fraktionschefin Julia Klöckner. Erstmals im Mainzer Landtag ist auch die AfD vertreten. Deren Fraktionschef Uwe Junge kritisierte die Geschäftsordnung. Sie benachteilige die AfD-Fraktion systematisch, weil sie in der Mehrheit der Ausschüsse nur einen und nicht zwei Vertreter entsenden könne. Ihr Antrag, die Geschäftsordnung zu ändern, wurde von allen anderen Parteien abgelehnt.