Die radikal rechte Identitäre Bewegung Deutschland (IBD), die Einwanderung aus anderen Kulturen strikt ablehnt, ist inzwischen auch für den Verfassungsschutz ein Thema. "Einige Landesämter schauen sich die Identitären inzwischen genauer an", sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, der Rheinischen Post. "Wir haben festgestellt, dass sie in verschiedenen Bundesländern von reinen Internetaktivitäten zu Verabredungen im realen Leben übergegangen sind."

Die IBD kommt nach eigenen Angaben ursprünglich aus Frankreich und versteht sich als "metapolitischer und aktivistischer Arm der neuen Rechten". Vor allem in der Folge von Thilo Sarrazins Thesen in seinem Buch Deutschland schafft sich ab waren verstärkte Aktivitäten im Netz festgestellt worden. Seit Oktober 2012 gibt es eine entsprechende deutsche Gruppe auf Facebook, die dort um Anhänger wirbt und offen gegen den Islam hetzt.

Die Bewegung behauptet, Deutschlands Identität gegen Masseneinwanderung bewahren zu wollen. Die IBD setzt zudem auf "körperliche Ertüchtigung" in sogenannten Sommerlagern und sieht sich "am Beginn einer Zeitenwende". Im Internet wirbt sie um "die Mitarbeit von jungen, klugen und opferbereiten Aktivisten", die willens seien, "ihre Heimat zu erhalten und zu verteidigen".

Seitdem bildeten sich in allen Bundesländern Untergruppen, die lange einen allein virtuellen Charakter hatten. Verfassungsschützer rechnen nun aber wohl mit weiteren Aktivitäten abseits der Propaganda im Internet. So wurden etwa im niedersächsischen Landkreis Wolfenbüttel in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft IBD-Flugblätter verteilt, deren Inhalte nach Angaben des Landesinnenministeriums "einen klar rechtsnationalen Hintergrund erkennen lassen".

Eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz hatte Maaßen zuvor abgelehnt und dies damit begründet, nicht "Hilfstruppe der etablierten Parteien" sein zu wollen. Beim Bundesparteitag der Linken griff Fraktionschefin Sahra Wagenknecht diese Äußerung auf und kritisierte, der Verfassungsschutz habe noch nie Skrupel gehabt, als Hilfstruppe der etablierten Parteien zu agieren, wenn es um die Linke gegangen sei.