Die SPD kommt nicht zur Ruhe: Erst gibt es Gerüchte um einen Rücktritt von Parteichef Sigmar Gabriel, dann Diskussionen um die sozialdemokratische Kanzlerkandidatur und nun fällt die Partei auch noch in der Wählergunst auf ein historisches Tief: Im Vergleich zur Vorwoche sackte die SPD um zwei Punkte auf 19 Prozent ab, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Stern und RTL ergab.

Die Unionsparteien CDU und CSU liegen im Wahltrend stabil bei 34 Prozent, die Grünen gewinnen einen Prozentpunkt dazu und kommen auf 14 Prozent. Die AfD verbessert sich um einen Punkt auf elf Prozent, die Linken bleiben unverändert bei neun Prozent und die FDP verliert einen Prozentpunkt und steht nun bei sieben Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner glaubt, dass die SPD nicht trotz, sondern wegen ihrer Erfolge bei Themen wie Mindestlohn, Rente mit 63 oder der Einschränkung von Leiharbeit die Gunst vieler früherer Wähler verloren hat: "Das alles hält zwar eine Mehrheit prinzipiell für richtig – doch wirklich wichtig ist es nur für Minderheiten." Die "arbeitende Klasse" aber, die noch immer die Mehrheit der Gesellschaft ausmache, fühle sich von der gegenwärtigen SPD nicht mehr vertreten.