Die SPD hatte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2016 rund die Hälfte ihrer Wähler verloren und war auf 12,7 Prozent gerutscht – 10,4 Punkte weniger als 2011 und das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Landes-SPD. Nils Schmid will daher die Führungsspitze verlassen, Landtagsabgeordneter will er aber bleiben, wie er laut seines Sprechers bei einer Sitzung der Kreisvorsitzenden bekannt gab.

Wegen der SPD-Schwäche reichte es nicht für die Fortsetzung der grün-rote Koalition, in der Schmid Vize-Regierungschef sowie Wirtschafts- und Finanzminister war. Die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann regieren jetzt mit der CDU als Juniorpartner im ersten grün-schwarzen Bündnis auf Landesebene. Seitdem befindet sich die Landes-SPD in einer Krise

Er habe die Erneuerung seiner Partei nach der Wahlniederlage inhaltlich, strukturell und personell offen angelegt, sagte Schmid nach Angaben von SPD-Mitgliedern. Für die Partei sei ein Aufbruch in die Zukunft nur mit einer neuen Spitze möglich. Es brauche "einen neuen Frontmann oder eine neue Frontfrau, die diesen Aufbau auch ganz neu verkörpert". Der Rückzug falle ihm "emotional sehr schwer, aber es ist im Dienst der Partei absolut richtig".  Der 42-jährige Schmid ist seit 2009 SPD-Landesvorsitzender.


Nach der Landtagswahl hatte es wiederholt Rücktrittsforderungen gegeben. Frühere Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitiker hatten sich öffentlich gegen Schmid gestellt. Sie sprachen ihm vor allem Charisma und Emotionalität ab.

Bisher hat noch niemand angekündigt, Schmids Nachfolge antreten zu wollen. Als wahrscheinliche Nachfolgerin gilt aber die Vize-Parteivorsitzende und Verdi-Landeschefin Leni Breymaier. Falls es mehrere Bewerber geben sollte, will die SPD vor dem Parteitag im Oktober einen Mitgliederentscheid durchführen.