Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) fordert mehr Unterstützung in Deutschland für Abschiebemaßnahmen. "Ich wünsche mir mehr Verständnis für das harte Geschäft der Abschiebung, was Polizisten, Bürgermeister und Ausländerbehörden machen müssen", sagte de Maizière der Bild am Sonntag. "Sie brauchen dabei Unterstützung, auch öffentliche!"

Ein Problem sei, dass abstrakt alle für Abschiebungen seien. Im konkreten Fall sehe das dann aber anders aus. Dann sei der Protest groß, "weil der betroffene Junge gerade im Fußballverein so viele Tore schießt, die Familie so gute Nachbarn sind", sagte der Innenminister. Es müsse jedoch klar sein, dass diejenigen, die kein Bleiberecht hätten, Deutschland wieder verlassen müssten. "Am besten freiwillig. Aber wenn das nicht geht eben auch mit Zwang."

Die Zahl der freiwilligen Ausreisen und der Rückführungen sei im Vergleich zu den Vorjahren erheblich gestiegen und der Trend wird sich fortsetzen, sagte der Innenminister. Die Bundesregierung rechnet im Jahr 2016 mit etwa 27.000 Abschiebungen. 2015 waren es 22.369. Dem stünden zum Stichtag 31. März knapp 220.000 ausreisepflichtige Menschen gegenüber, von denen rund 168.000 eine Duldung besäßen. 

Eine Grenzschließung zwischen Österreich und Italien wegen der hohen Flüchtlingszahlen hält der Bundesinnenminister noch für unnötig: "Ich bin mir mit meinem österreichischen Kollegen einig, dass es derzeit keine Notwendigkeit gibt, den Brenner-Pass zu schließen", sagte de Maizière, "die Zahlen der Flüchtlinge von Italien nach Österreich steigen derzeit nicht signifikant."