AfD-Chef Jörg Meuthen hat sich gegen extremistische Positionen in seiner Partei ausgesprochen. "Ich werde nicht mein Gesicht für eine Partei hergeben, die in den Extremismus abgleitet", sagte er der Augsburger Allgemeinen. "Meine Aufgabe ist, genau das zu verhindern." Wenn das misslinge, sei "der Zeitpunkt gekommen, um nach Hause zu gehen". Er sei aber optimistisch, dass das nicht passiere.

Die baden-württembergische AfD-Fraktion unter Meuthen war im Streit um den Umgang mit ihrem Abgeordneten Wolfgang Gedeon vor rund einer Woche zerbrochen. Gedeon werden antisemitische Äußerungen vorgeworfen. Meuthen und zwölf weitere Abgeordnete spalteten sich daraufhin von der AfD-Fraktion ab und sind nun fraktionslos. Die Spaltung offenbarte auch den parteiinternen Machtkampf zwischen Meuthen und seiner Co-Vorsitzenden Frauke Petry, die sich zum Unmut vieler Parteikollegen in Stuttgart eingemischt hatte.

Wenn es mehrere Spitzen einer Partei gebe, sei es klar, dass es auch Meinungsverschiedenheiten gebe. "Ich kann auch als Bundessprecher nicht alle Positionen aller führenden Köpfe meiner Partei teilen", sagte Meuthen in dem Interview. "Es gibt Aussagen von Herrn Höcke, die ich dezidiert nicht teile."

Meuthen betonte, er trenne Patriotismus streng von Nationalismus. Zugleich distanzierte er sich vom Begriff Lügenpresse: "Den Begriff Lügenpresse haben Sie von mir noch nie gehört, denn ich halte ihn für Quatsch."