Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger hatte die Diskussion eigentlich für beendet erklärt, doch Sahra Wagenknecht legt jetzt doch noch einmal nach: Im Spiegel rechtfertigte die Fraktionsvorsitzende ihre umstrittenen Äußerungen zu Flüchtlingen nach den jüngsten Anschlägen, etwa in Ansbach. "In meine Presseerklärung wurden Dinge reininterpretiert, die ich weder gesagt noch gemeint habe", sagte Wagenknecht dem Spiegel. "Aber es ist auch nicht links, Probleme zu verschweigen."

Wagenknecht hatte nach dem Selbstmordanschlag von Ansbach gesagt, "dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges 'Wir schaffen das' uns im letzten Herbst einreden wollte". Nach heftiger Kritik aus der eigenen Partei räumte Wagenknecht Missverständnisse ein und erklärte, sie habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisieren wollen.

Der Linken-Bundestagsabgeordnete Harald Petzold warf Wagenknecht vor, Ängste zu bedienen, um Protestwähler zurückzugewinnen. "Ich will nicht, dass wir zu einer linken AfD werden", sagte er dem Spiegel. Petzold gehört zu den Unterzeichnern eines Aufrufs mit dem Titel "Sahra, es reicht".

Führende Linken-Politiker haben sich in den vergangenen Tagen von Wagenknecht distanziert, der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Jan van Aken, forderte sie indirekt zum Rücktritt auf. Zustimmung für ihre Äußerungen hatte sie hingegen von der AfD bekommen.