Gesetzlich Versicherte müssen 2017 mit steigenden Krankenkassenbeiträgen rechnen. Für das kommende Jahr sagte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen einen Anstieg der Zusatzbeiträge von bis zu 0,3 Prozentpunkten voraus. Dies wären im Schnitt 1,4 Prozent des Monatseinkommens. Bei einem Bruttoeinkommen von 2.000 Euro wären das sechs Euro mehr im Monat.

Verbandschefin Doris Pfeiffer sagte, 2019 werde der Zusatzbeitrag dann wohl im Schnitt bei 1,8 Prozent liegen. Derzeit beträgt der Zusatzbeitrag im Schnitt 1,1 Prozent. Der Zusatzbeitrag wird allein vom Arbeitnehmer gezahlt und kommt zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent hinzu, den sich die Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Den Zusatzbeitrag kann jede Kasse individuell festlegen. Wenn eine Kasse erstmals einen solchen Zusatzbeitrag erhebt oder ihn über den Durchschnittssatz erhöht, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und können die Krankenkasse wechseln.

Als Grund nannte Pfeiffer, dass die Ausgaben weit stärker stiegen als die Einnahmen. So schlügen kostspielige Reformen der Politik unter anderem zugunsten der Ärzte und der Kliniken zu Buche. Der Gesetzgeber solle aber auch die Ausgabenseite im Blick behalten, forderte sie.

Zu wenig Geld für Hartz-IV-Empfänger und Flüchtlinge

Die Kassen erhalten laut Pfeiffer zudem zu wenig Geld für die Versicherung von Menschen, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Statt der bisherigen 90 Euro pro Monat und Betroffenem seien im Schnitt 136 Euro im Monat nötig. Im laufenden Jahr gebe es deswegen eine Finanzierungslücke von 2,3 Milliarden Euro. Wenn bald mehr Flüchtlinge anerkannt würden, zunächst arbeitslos würden und somit Hartz-IV-Leistungen bekämen, müsste dieser Satz umso dringender angehoben werden, verlangte Pfeiffer.

Die Opposition warf Schwarz-Rot vor, einseitig in die Taschen der Arbeitnehmer zu greifen. Die Koalition sorge so für "weniger Netto", sagte der Linken-Gesundheitspolitiker Harald Weinberg. Die Grünen-Abgeordnete Maria Klein-Schmeink forderte, der Arbeitgeberanteil dürfe nicht länger eingefroren bleiben.