In Deutschland sind derzeit fast 9.000 Flüchtlingskinder als vermisst gemeldet. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf Angaben des Bundeskriminalamts (BKA). Demnach wurden am 1. Juli 8.991 unbegleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche vermisst. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2015 und doppelt so viele wie noch zum Jahresbeginn, als 4.749 geflüchtete Minderjährige als vermisst galten.

Nach Angaben der Zeitung handelt es sich bei dem Großteil der Vermissten um Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Die meisten Fälle hätten laut dem BKA keinen kriminellen Hintergrund. "Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor", zitiert die Zeitung die Behörde.

Das BKA hat demnach eine andere Erklärung für die hohe Zahl an vermissten Kindern: Vielfach würden die Minderjährigen aufbrechen, um Verwandte oder Bekannte in anderen deutschen Städten oder im europäischen Ausland aufzusuchen. Anschließend gebe es oft keine Rückmeldung, wenn die Kinder bei ihrer Familie angekommen seien, hieß es weiter. Hinzu kämen Mehrfachregistrierungen, wenn sich Jugendliche an einem anderen Ort wieder meldeten oder es verschiedene Schreibweisen der Namen gebe.