Nach der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 18. September wird es wohl nicht mehr für die bisher regierende rot-schwarze Koalition reichen. Die SPD des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller liegt dem neuesten ARD-Deutschlandtrend des Instituts Infratest dimap zufolge nur noch bei 21 Prozent. Dadurch wird wahrscheinlich, dass die Sozialdemokraten zwei weitere Parteien zum Regieren benötigen. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatten die Sozialdemokraten mit ihrem Kandidaten Klaus Wowereit noch 28,3 Prozent geholt.

Auf dem zweiten Platz liegt in der Umfrage mit 19 Prozent die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten und aktuellen Innensenator Frank Henkel. Dahinter folgen die Grünen mit 16 Prozent. Die Linke liegt laut Deutschlandtrend bei 15 Prozent und damit gleichauf mit der AfD, die erstmals ins Abgeordnetenhaus einziehen würde. Die FDP könnte mit voraussichtlich fünf Prozent wieder in den Senat einziehen.

Eine Umfrage des ZDF-Politbarometers durch die Forschungsgruppe Wahlen sieht die SPD dagegen bei 24 Prozent und die Union bei 19 Prozent. Die Grünen liegen bei 15 Prozent, Linkspartei und AfD kommen jeweils auf 14 Prozent. Die FDP muss auch laut dieser Umfrage mit fünf Prozent um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Laut dem Politbarometer wissen allerdings auch 43 Prozent der Befragten noch gar nicht, wen oder ob sie wählen.

Trotz des Verlusts wünschen sich noch immer 41 Prozent der Befragten im ARD-Deutschlandtrend, dass die SPD weiterhin die Regierung im Roten Rathaus führt. Zustimmung bekommt auch der Regierende Bürgermeister. 44 Prozent der Befragten würden sich bei einer Direktwahl für Müller entscheiden. Dieser hatte das Amt Ende 2014 von seinem Vorgänger Klaus Wowereit übernommen. Dagegen wollen nur 19 Prozent der Befragten den CDU-Mann Henkel an der Spitze des Senats sehen. In der Umfrage im Auftrag des ZDF sprechen sich 59 Prozent der Berliner für Müller aus, für Henkel lediglich 19 Prozent.

Eine Neuauflage der großen Koalition ist laut Infratest dimap nicht erwünscht. 58 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit des Senats weniger oder gar nicht zufrieden. Für die Umfrage wurden 1.002 Berliner telefonisch befragt. Etwa zweieinhalb Millionen Menschen sind am 18. September zur Wahl des Abgeordnetenhauses aufgerufen.