Nach dem Sexismusvorwurf einer jungen CDU-Kommunalpolitikerin gegen den Berliner CDU-Landeschef Frank Henkel beschäftigt sich nun auch die Parteispitze mit der Problematik. "Geschichten wie diese bekomme ich immer wieder geschildert. Aber ohne Nennung von Namen", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber der Bild am Sonntag. Dann sei es schwierig, etwas dagegen zu tun. "Umso wichtiger, dass es nun diese Debatte gibt."

Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends hatte am vergangenen Freitag von einem Parteitag der Berliner CDU im Frühjahr berichtet, auf dem sie ein Senator vor anderen Leuten als "große süße Maus" bezeichnet habe. Kurz darauf bestätigte Behrends, dass es sich dabei um den Berliner Landeschef und Spitzenkandidaten der CDU Frank Henkel handelte. Henkel soll den CDU-Kollegen Sven Rissmann zudem gefragt haben: "Fickst du die?" An die Wortwahl konnte sich Rissmann zwar nicht erinnern. Dass es Gerüchte gab, bestätigte er aber. Jenna Behrends sagte der Bild am Sonntag, sie habe auf ihren Bericht viele positive Reaktionen bekommen. Frank Henkel habe sich bislang nicht bei ihr gemeldet. Der Berliner Innensenator hatte nach der Berlin-Wahl seinen Rücktritt angeboten.

Der CDU-Generalsekretär sagte nun: "Wir brauchen eine größere Sensibilität in allen Bereichen der Gesellschaft, denn Sexismus ist nicht nur ein Problem in der Politik." Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende der Frauenunion, Annette Widmann-Mauz. Sexismus sei nirgends akzeptabel, sagte sie. "Wir brauchen eine Kultur des Respekts. Frauen sind willkommen in der CDU und wir brauchen mehr", betonte Widmann-Mauz.

Auch die derzeitige Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters, die nach der Wahlniederlage der Berliner CDU als Nachfolgerin von Henkel gilt, äußerte sich zur Debatte: "Sexismus hat in einer modernen Großstadtpartei keinen Platz."