Mobbing- und Sexismusvorwürfe musste sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber bereits gefallen lassen. Jetzt berichtet die Welt, dass er auch gegenüber parteiinternen Kritikern der Flüchtlingspolitik ausfällig geworden ist. Vergangenen November soll Tauber bei einem Treffen gesagt haben: "Wer hier nicht für Angela Merkel ist, ist ein Arschloch und kann gehen."

Tauber kann sich nach eigenen Angaben nicht an die Äußerung erinnern. "Ich weiß noch, dass wir hitzig über die Flüchtlingspolitik diskutiert haben", sagte er der Zeitung. "An jedes Wort kann ich mich aber nicht erinnern. Wenn dieser Kraftausdruck gefallen sein sollte, dann tut er mir leid."

Mehrere Teilnehmer des Treffens bestätigten der Welt, dass sich Tauber so geäußert habe. Andere wollen den Satz hingegen nicht gehört haben. Es handelte sich um ein Treffen des Netzwerks CDU2017, in dem jüngere Abgeordnete und Funktionäre der Partei organisiert sind.

Die Mobbingvorwürfe gegen Tauber gehen mehrere Jahre zurück auf seine Zeit als Vorsitzender des hessischen CDU-Kreisverbandes Main-Kinzig. Dabei ging es um ein Papier mit Vorschlägen, wie die ehemalige CDU-Geschäftsführerin Anne Höhne-Weigl mit fragwürdigen Methoden aus dem Amt gedrängt werden könnte. Tauber bestreitet, es mitverfasst zu haben. Er räumte jedoch ein, es sei ein Fehler gewesen, es gekannt und nichts dagegen unternommen zu haben.

Applaus vom heimischen Kreisverband

Am Freitagabend besuchte Tauber seinen Kreisverband. Dabei wies er die Mobbingvorwürfe entschieden zurück. Die Anschuldigungen seien falsch, sagte er beim Kreisparteitag in Bruchköbel. Mit den über Medien erhobenen Vorwürfen werde nicht nur ihm geschadet, sondern der gesamten Partei. Das ärgere ihn.

Wer der Verfasser der Mobbinganleitung ist, sagte Tauber jedoch nicht: "Ich wasche keine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit." Wenn es Meinungsverschiedenheiten gebe, müssten sie auf den Tisch – aber sachlich.

Für seine 15-minütige Rede erhielt Tauber lang anhaltenden Applaus. Unter den Delegierten war von einer Schmutzkampagne gegen Tauber die Rede. Eigentlicher Anlass des Kreisparteitags der CDU Main-Kinzig war die Kür der Unionskandidatin für die Landratswahl 2017, Srita Heide.