Die Union ist einer Umfrage zufolge in der Wählergunst auf ein Jahrestief gefallen. Die rechtspopulistische AfD hingegen erreichte ihren höchsten Wert in diesem Jahr. Dem Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Emnid zufolge kommen CDU und CSU auf 32 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Die Zustimmung zur AfD stieg zum vierten Mal in Folge um einen Zähler, sie liegt jetzt bei 14 Prozent. In Auftrag gegeben hatte die Umfrage die Bild am Sonntag.

Auch die SPD gewann einen Punkt hinzu und kommt auf 24 Prozent. Die FDP verliert einen Zähler, schafft aber den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Die Grünen und die Linken bleiben unverändert bei elf und neun Prozent. Für die Erhebung hatte Emnid zwischen dem 8. und dem 14. September 2.780 Personen befragt.

Am heutigen Sonntag wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Nach jüngsten Umfragen steht die große Koalition aus SPD und CDU dort vor ihrer Abwahl. Stattdessen könnte es ein Dreierbündnis aus SPD, Grünen und Linken geben. Es wird auch damit gerechnet, dass die AfD mit einem zweistelligen Ergebnis ins Abgeordnetenhaus einzieht.

Zur vergangenen Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September hatte die AfD die meisten Stimmen von der CDU hinzugewonnen. Danach folgte die Linke. Als Ursachen für das Erstarken der AfD sehen Forscher den Umstand, dass sich viele ihrer Wähler in keiner anderen Partei wiederfinden. Weiterhin, dass sie glauben, nichts ändern zu können. Hinzu kommt das Gefühl, von der Politik alleingelassen zu werden und als Zielgruppe in keinem der Wahlprogramme berücksichtigt zu sein.