Der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm hat eigenen Angaben zufolge Ende August einen jungen afrikanischen Flüchtling von Italien nach Deutschland geschmuggelt. Mehr wollte der Linken-Politiker dazu nicht sagen, um den jungen Mann nicht zu gefährden. Zunächst hatte Bild am Sonntag darüber berichtet

Demnach hatte Dehm den Halbwaisen erst ein paar Tage in seinem Ferienhaus am Lago Maggiore untergebracht, um ihn dann im Auto über die Schweiz nach Deutschland zu schmuggeln, wo er ihn an Flüchtlingshelfer übergab. Der junge Mann, der zu seinem Vater gewollt habe, sei von Grenzbeamten nicht registriert worden, sagte Dehm der Zeitung. Laut Bild am Sonntag kommt der Flüchtling aus einem Bürgerkriegsland und ist nach dem Tod seiner Mutter nach Italien geflohen. Obwohl Beihilfe zur illegalen Einreise verboten ist, zeigte Dehm kein Schuldbewusstsein: "Ich bin mit mir im Reinen." 

Die Welt am Sonntag berichtete, dass sich vor zwei Wochen eine Helferin auf Dehms Facebook-Profil bei dem Politiker bedankt habe. "Hatte Diether Dehm gebeten, meinen Bekannten ein paar Tage bei sich in Italien aufzunehmen. Er lud ihn kurzerhand in sein Auto und brachte ihn über drei Grenzen nach Deutschland, wo seine Familie lebt", habe sie geschrieben. Darunter seien zwei Fotos von Dehm und dem Flüchtling zu sehen gewesen. Auf einem habe der Mann aus Afrika in einem Kofferraum gelegen. Der Post sei inzwischen gelöscht. Auf Dehms Facebook-Profil findet sich ein Foto von einem Mann im Kofferraum. Der Politiker veröffentlichte zudem ein Schreiben eines Redakteurs der Welt zu dem Thema. Dessen Fragen nennt Dehm "inquisitorisch".

Laut Bild am Sonntag will die Deutsche Polizeigewerkschaft Dehm nun wegen Schleusung anzeigen. Er selbst verteidigt sich: "Zivilen Ungehorsam erwarte ich von allen, statt Menschen dem Erstickungstod und Fußmärschen auszusetzen."