Die meisten Flüchtlingskinder kommen hierzulande vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Ein Drittel von den mehr als 300.000 minderjährigen Flüchtlingen, die momentan hier leben, sind jünger als sechs Jahre alt, heißt es in einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen. In der Statistik nicht mitgezählt sind demnach unbegleitete, also allein reisende minderjährige Asylsuchende, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

In Nordrhein-Westfalen sind 76.000 minderjährige Flüchtlinge registriert, gefolgt von Baden-Württemberg mit knapp 39.000 und Bayern mit rund 35.000. In Berlin leben etwa 21.000 von ihnen, in Hamburg knapp 12.000.

Die Grünen kritisieren die Bundesregierung für ihren Umgang mit den Flüchtlingskindern. So werde zum Beispiel während der Anhörung ihrer Eltern durch das Bundesamt für Migration keine Kinderbetreuung angeboten.

Die kinder- und familienpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Franziska Brantner, sagte: "Die Antworten sind in sich widersprüchlich: An einer Stelle betont die Bundesregierung ausdrücklich die große Bedeutung von Schutz- und Spielräumen für geflüchtete Kinder." Dann aber käme ein Nein auf die Frage, ob während der Anhörung der Eltern eine Kinderbetreuung organisiert werden soll. "Diese Haltung ist unfassbar unsensibel", sagte Brantner.

Minderjährige Flüchtlinge - "Er hilft mir – und ich helfe ihm" Etwa 60.000 Minderjährige flohen im vergangenen Jahr ohne ihre Eltern nach Deutschland. Auch der 17-jährige Hamud kannte in München niemanden. Bis er Felix traf. Ein Beitrag aus der Webdokumentation “Fremde Freunde”, die mit dem Reportagepreis für junge Journalistinnen und Journalisten 2015 ausgezeichnet wurde. (http://afklab.pageflow.io/fremde-freunde)