Die CDU ist bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen erneut stärkste Kraft geworden. Sie lag in Landkreisen und kreisfreien Städten mit 34,4 Prozent vor der SPD (31,2), den Grünen (10,9), der AfD (7,8), der FDP (4,8) und der Linken (3,3), wie die Landeswahlleitung am Montag mitteilte. Wählergruppen erzielten bei der Wahl am Sonntag sechs Prozent. Die CDU ist seit Anfang der achtziger Jahre immer als stärkste Kraft aus Kommunalwahlen hervorgegangen. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 Prozent und damit höher als noch 2011.

Die SPD musste diesmal in Städten und Kreisen teils deutliche Verluste hinnehmen. Besonders groß war der Verlust für die SPD in Emden. Die Sozialdemokraten kamen hier auf 30,8 Prozent – das waren 20,7 Prozentpunkte weniger als 2011. In der Landeshauptstadt Hannover drohte Rot-Grün erstmals seit 1989 der Verlust der Ratsmehrheit. Zusammen bekamen beide Parteien nur 30 der 64 Sitze im Rat.

Die AfD erreichte teils zweistellige Ergebnisse, blieb jedoch hinter den Ergebnissen bei ihrer letzten Kommunalwahl in Hessen im März mit 11,9 Prozent zurück.  In etlichen Kommunen, wie etwa Osnabrück, trat sie erst gar nicht an, in der CDU-Hochburg Cloppenburg kam sie offenbar nicht über fünf Prozent. In anderen großen Städten konnte die AfD aber punkten. Am stärksten schnitt sie in Delmenhorst ab: Laut vorläufigem Endergebnis stimmten dort 15,1 Prozent der Wähler für die AfD.

Niedersachsens SPD-Chef und Ministerpräsident Stephan Weil sagte zu dem Wahlausgang, es gebe Licht und Schatten bei den Ergebnissen seiner Partei, die gründlich analysiert werden müssten. In der Auseinandersetzung mit der AfD gelte es, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. "Wir müssen zur Kenntnis nehmen: Die AfD ist jetzt in Niedersachsen ein politischer Faktor."