SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat vor einem internationalen Bündnis der Antiliberalen und Autoritären gewarnt. "Leute aus der AfD, Herr Trump, Herr Putin, Herr Erdoğan – das ist auch eine Herausforderung für die liberalen Demokratien. Das sind autoritäre Strukturen, die die sich wünschen, und dagegen stehen liberale und weltoffene Demokratien." Zwischen den Republikanern des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und der AfD sieht Gabriel deutliche Parallelen. Die Republikaner seien "schlimmer als die AfD, aber nur, weil die kleiner ist", sagte der SPD-Chef dem Fernsehsender RTL.

Für die Bundestagswahl 2016 prognostizierte Gabriel, diese werde die erste "ohne feste Koalitionsaussagen aller Parteien". Ausnahme sei, so hoffe er, eine Absage aller Parteien an die AfD. Er rate seiner Partei, jetzt zu sagen: "Das sind die drei, vier, fünf Dinge, wo wir sagen, ohne die gehen wir nicht in eine Regierung. Selbst wenn wir 40 Prozent haben, machen wir das nicht. Das fände ich mal einen spannenden Wahlkampf, weil es dann mal um die Sache ginge und nicht um irgendwelche Farbspiele."


Burkaverbotsdebatte "fast peinlich"

Kritik äußerte Gabriel an Forderungen aus der Union, das Tragen einer Burka teilweise zu verbieten. Der SPD-Chef sprach von "Lächerlichkeiten wie der, dass die CDU fordert, dass die Frauen beim Autofahren keine Burka tragen sollen". Er wisse nicht, was das mit Innerer Sicherheit zu tun habe. Im Vergleich zu anstehenden Herausforderungen sei es fast peinlich, über das Verbot eines Kleidungsstücks zu reden. Dringend notwendig sei dagegen mehr Polizei. Bei der Bundespolizei fehlten 15.000 Stellen, sagte Garbiel, allein 1.000 bei der Bundesbereitschaftspolizei.