Die Regierungsbildung nach der Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin läuft auf eine Koalition aus SPD, Linkspartei und Grünen hinaus. In den Sondierungsgesprächen sei man "an einen Punkt gekommen, an dem wir als Sondierungskommission unserem Landesvorstand empfehlen können, in Koalitionsgespräche einzutreten", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach einem Gespräch mit Vertretern beider Parteien.

Ein solches Bündnis der linken Parteien wäre neben Thüringen die zweite rot-rot-grüne Koalition auf Landesebene. Bei der SPD muss nun der Landesvorstand über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entscheiden, bei den Grünen der Landesausschuss, bei der Linkspartei ein kleiner Parteitag. Es wird damit gerechnet, dass die Zustimmungen rasch erfolgen. Linke und Grüne hatten schon vor der Wahl Sympathie für ein Bündnis mit der SPD erkennen lassen. Nun gehen sie eine Dreierkoalition ein, weil es für ein Zweierbündnis nicht reichte.  

Müller hatte in den vergangenen Tagen Sondierungsgespräche mit CDU, Linkspartei, Grünen und FDP geführt. Bei der Wahl hatten die bisherigen Regierungsparteien SPD und CDU deutliche Stimmenverluste erlitten. Allerdings blieb die SPD unter dem seit Dezember 2014 regierenden Müller stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus.

Die CDU fuhr das schlechteste Ergebnis der Geschichte ein. Die AfD zog aus dem Stand mit 14 Prozent der Stimmen ins Abgeordnetenhaus ein. Mit ihr wollte keine andere Partei koalieren. Wieder eingezogen war die FDP. Sie wirbt aber dafür, den zentral gelegenen Flughafen Tegel nach der Eröffnung des Airports BER offen zu halten, was alle anderen Parteien strikt ausschließen.