Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) fordert eine Ausweitung des Unterhaltsvorschusses bereits im Haushalt 2017. "Wenn es Spielräume im Bundeshaushalt gibt, müssen wir vor allem die Alleinerziehenden und die Familien mit kleinen Einkommen entlasten", sagte Schwesig der Süddeutschen Zeitung. Sie wolle deshalb einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Altersgrenze auf 18 Jahre erhöht und die Höchstbezugsdauer von 72 Monaten aufhebt. Die Aufstockung solle nicht nach den Wahlen diskutiert werden, "sondern jetzt, für 2017".

Derzeit gibt es für Kinder, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben und keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt vom anderen Elternteil erhalten, einen Unterhaltsvorschuss – allerdings nur bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres. Die Jugendämter zahlen ihn für maximal 72 Monate. Eine Ausweitung werde rund 100 Millionen Euro pro Jahr kosten, sagte Schwesig.

Im Bundestag hatte Schwesig zuvor den Haushaltsentwurf für ihr Ministerium für das kommende Jahr vorgestellt. Sie plant 2017 Ausgaben von rund 9,2 Milliarden Euro – so viel wie nie zuvor. Weitere Schwerpunkte darin sind die Integration von Flüchtlingen und die Stärkung gesellschaftlichen Engagements. "Geld für starke Familien und Geld für starke Strukturen in der Zivilgesellschaft sind Investitionen in den Zusammenhalt und in die Zukunft unseres Landes", sagte sie.

Die Ausgaben für das Elterngeld etwa sollen um 200 Millionen auf 6,2 Milliarden Euro steigen - der mit Abstand höchste Einzelposten. Die Mittel für die frühkindliche Sprach- und Integrationsförderung in Kitas werden 2017 um 150 Millionen Euro aufgestockt. Für Demokratieförderung und Extremismusprävention stehen zusätzliche 54 Millionen zur Verfügung.