Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält die Entscheidung der EU-Kommission für richtig, den Apple-Konzern zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe zu verpflichten. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager habe seine volle Unterstützung, sagte Schäuble der Bild am Sonntag. Die EU-Kommission müsse konsequent darauf achten, dass die Wettbewerbsregeln innerhalb der Union eingehalten werden. "Wenn ein Staat einzelnen Unternehmen unzulässige Vorteile verschafft, ist es richtig, dass die EU-Kommission konsequent dagegen vorgeht."

Dass die Entscheidung der Kommission direkte Folgen für Deutschland haben wird, glaubt Schäuble nicht. "Die zuständigen deutschen Behörden prüfen jetzt die Auswirkungen der Entscheidung der EU-Kommission. Auf den ersten Blick können wir wohl nicht erwarten, dass es Auswirkungen in Deutschland geben wird", sagte er.

Apple droht nach der Entscheidung eine Steuernachzahlung von mehr als 13 Milliarden Euro. Nach Überzeugung der europäischen Wettbewerbshüter hat der iPhone-Hersteller in Irland unerlaubte Steuervergünstigungen in ebendieser Höhe erhalten. Irland soll die rechtswidrige Beihilfe für die Jahre 2003 bis 2014 nun zurückfordern, zuzüglich Zinsen. Sowohl der Konzern als auch die irische Regierung wollen juristisch gegen die Entscheidung vorgehen.